Sonntag, 5. Mai 2013
Dichterische Freiheiten bei Schokolade?
Wer kennt das nicht? Man hatte Geburtstag und die überaus einfallsreiche Verwandschaft schenkt einem Geld, Gutscheine und Süßkram. Gegen Geld habe ich persönlich nie etwas einzuwenden und die Gutscheine kann man fast immer auch verwenden, bevor sie ablaufen. Mir persönlich fällt es zwar schwer, so oft ins Kino zu gehen, aber andere wären vermutlich mit den Büchergutscheinen überfordert.
Jedenfalls bleiben da die Süßigkeiten. Billige Gummibärchen und ähnliche Kariesterroristen werden in Rekordzeit unschädlich gemacht, aber die gute Tafel Edelschokolade bleibt erstmal liegen. Heute habe ich dann mal die Staubschicht abgewischt und tadaaa: Mindesthaltbarkeitsdatum um Monate überschritten. Na toll. Die Tafel, die man sich für einen bestimmte Situation, die in unbekannter Zeit eintreffen wird, aufgehoben hat, ist jetzt vermutlich so lebendig, dass der weiße Pelz zurückbeißt. Zu meinem Glück war die Tafel noch in Ordnung und der Anlasss für den ich den Rest davon aufhebe ist auch in greifbarer Nähe. Irgendwann hat halt jeder mal Glück!

Back to topic: In einem Anflug von konsumententypischer Naivität lese ich mir die Beschreibung der Schokoladensorte auf der Rückseite durch. "[...] Mit der herben Edelbitter-Chocolade bildet dies ein hocharomatisches Genussserlebnis," Dies ist der letzte Satz einer äußerst kreativen Werbung, direkt auf dem Produkt. Ein literarisches Meisterwerk auf dem Niveau von Goethe, in schwarzen Lettern auf die goldene Rückseite..... einer Schokoladenpackung gedruckt?!
Beim Göttervater der Römer, den sie von den Griechen geklaut haben! Ist es das, was die moderne Gesellschaft für Dichter bereithält? Einen Job im Marketingbereich einer Schokoladenfirma? Für mich als Freizeitdichter klang die Sache zu verlockend um wahr zu sein, auch wenn jeder "gebildeter" Mensch diese Form der Dichtung als größte Schändung seit der letzten Bücherverbrennung anprangern wird. (Bei der nächsten wird dann Schokolade verbrannt..... hehe!) Schließlich kann ich als Schüler nur von einem Nebenjob träumen, wo man etwas kreativ schreibt und dafür dann Geld, oder noch besser Gratisschokolade, bekommt. Also schnell mal Google nach diversen Homepages von Schokoladenmarken suchen lassen, man kennt schließlich jede Marke bei Namen, und dort nach Jobangeboten gesucht. Zu meinem Bedauern gibt es keine Anstellung für Schreiberlinge.
Vielleicht sollte ich mal beim nächsten Möbelhaus fragen, ob ich über das "hochentspannende Schlaferlebnis" ihrer Betten schreiben darf. Irgendwie muss ein Schüler ja mit möglichst wenig Arbeitsaufwand an Geld kommen....

... comment